Presse

29.09.2018 - Erfolgreicher 27. Kommunaler Erfahrungsaustausch 2018

Rund 90 Teilnehmer und Experten aus Land und Kommune besuchten am 27.09.18 den 27. Kommunalen Erfahrungsaustausch in Barth, zu dem die LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH und die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH einluden. Thema des diesjährigen Kongresses war „Zukunft Kleinstadt – Strategien für Mecklenburg-Vorpommern".

Der Kommunale Erfahrungsaustausch ist der einzige, regelmäßig stattfindende Kongress zur Stadtentwicklung und Stadterneuerung in Mecklenburg-Vorpommern, der jährlich an wechselnden Orten des Landes durchgeführt wird. Eingeladen werden kommunale Vertreter und Fachleute für die Stadterneuerung und Stadtentwicklung.

Volker Bruns, Geschäftsführer der Landgesellschaft und der LGE sowie Dr. Stefan Kerth, Bürgermeister der Stadt Barth, begrüßten die Gäste und Referenten aus Politik, Forschung und Praxis, die viel Wissenswertes, Spannendes und Persönliches zur Tagung beitragen würden.

Lothar Säwert, Abteilungsleiter Bau im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern, sprach über Kleinstädte in Mecklenburg-Vorpommern und deren Rolle als „Ankerpunkte" in ihrer jeweiligen Region. Er erläuterte die Fördermöglichkeiten in den von der Landesregierung definierten „Ländlichen Gestaltungsräumen", mit dem besonderen Fokus auf die Kleinstädte. Er sagte, dass man Identität nur vor Ort schaffen könne. Die Zentren unserer Kleinstädte seien sowohl Wohn- als auch Arbeitsorte, deren Lebensqualität erheblich von der notwendigen Infrastruktur für das tägliche Leben, wie bezahlbares Wohnen, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Freizeitmöglichkeiten, abhinge.

Über „Potenziale von Kleinstädten in periphären Lagen" ging es im anschließenden Beitrag von Dr. Jens Hoffmann vom Institut für kooperative Regionalentwicklung der Hochschule Neubrandenburg. Er stellte seine Erfahrungen und die Ergebnisse eines ExWoSt-Forschungsberichtes vor, das in acht Modellvorhaben Deutschlands durchgeführt wurde. Besonders erwähnte er die Beteiligung von Jugendlichen, deren Ideen für die zukünftige Gestaltung wichtig seien.

Michael Sack berichtete über seine langjährigen Erfahrungen als Bürgermeister der Stadt Loitz und sprach über die Chancen und Entwicklungspotenziale dieses Ortes. Mit konkreten Beispielen belegte er, warum Loitz auch für neue Bewohner, ob aus den alten Bundesländern oder aus Berlin, attraktiv geworden ist.

Über „Unerhörte Orte – Kultur und Kleinstädte im ländlichen Raum" sprach Dr. Markus Fein von den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. In seinem optimistischen und anregenden Beitrag ermunterte er zu weniger „Defensivdenken" und mehr Selbstbewusstsein in Mecklenburg-Vorpommern. Nach dem Motto "Music-To-Stay statt Coffee-To-Go" beschreibt er das Konzept, hochqualitatives Musikprogramm an ungewöhnlichen Spielstätten in Kooperation mit den Menschen vor Ort auf besondere Weise erlebbar zu machen.

Wie man den Einzelhandel in einer Kleinstadt wiederbeleben kann und welche Rolle die Stadtverwaltung und das Stadtmarketing in Dannenberg dabei spielte, war der spannende und sehr persönliche Beitrag von Ursula Fallapp aus der Samtgemeinde Elbtalaue. Hier ist es mit verschiedenen Maßnahmen und viel Überzeugungskraft gelungen, die Hauptstraße mit ursprünglich vielen leerstehenden Geschäften als attraktiven Einkaufsort zu ertüchtigen.

Fast wie einen Ausblick in die Zukunft konnte man den Vortrag von Herrn Christoph Meineke, Bürgermeister der Gemeinde Wenningsen in Niedersachsen, empfinden. Es ging um die „Smarte Vernetzung im ländlichen Raum" und seine Erfahrungen in der Kommunalverwaltung auf dem Weg zu einer „digitalen Kommune". U.a. berichtete er über digitale kommunale Serviceangebote, online Bürgerbeteiligungen oder Parkleitsysteme.

Zusammenfassend sagte Robert Erdmann, Geschäftsführer der LGE, dass die Zukunftsaussichten der Kleinstädte in Mecklenburg-Vorpommern aufgrund ihrer unterschiedlichen Voraussetzungen nicht einheitlich bewertbar seien. Vor allem habe der Tag aber auch gezeigt, dass es trotz der vielfältigen Fördermöglichkeiten nicht nur auf die äußeren städtebaulichen Gegebenheiten, „den Beton", ankomme, sondern vielmehr auf „die Köpfe", also die Akteure in den Kommunen und Verwaltungen, auf deren innovative Ideen und ihren Einsatz für die jeweilige Stadt.

Zum Abschluss der Veranstaltung berichtete während einer Bootstour auf dem Barther Bodden Manfred Kubitz, Leiter des Bauamtes von Barth, über die zukünftige maritime Entwicklung der Stadt.

 

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