Denkmalgeschützter ehemaliger Pferdestall wird modernes Bürogebäude der FNR

Sanierter, denkmalgeschützter ehemaliger Pferdestall als neues Bürogebäude an die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) feierlich übergeben

Mit vielen Vertreterinnen und Vertretern der am Bau Beteiligten, aus Institutionen, Politik und der Gemeinde wurde am 21.05.2025 der zum modernen Bürogebäude umgebaute, frisch sanierte ehemalige Pferdestall, der zum historischen Gutshausensemble in Gülzow Prüzen gehört, feierlich an die FNR übergeben.

Zur Historie des Gebäudes

Der Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach und zweigeschossigem Dachboden wurde vermutlich um das Jahr 1780 als Pferdestall im Gutsensemble Gülzow errichtet.

In der Gegenwart war der zuletzt lange leerstehende Stall unter anderem als Fahrzeugunterstand und Lagerstätte genutzt worden, was mit Anpassungen und baulichen Eingriffen im Innern des Bauwerks einhergegangen war. Anfang der 1990er-Jahre wurde der Pferdestall als Denkmal unter Schutz gestellt.

Vor der Sanierung war der Zustand von Substanzverlusten, Feuchtigkeit und beginnendem Verfall geprägt. Deshalb wurden erste Sicherungsmaßnahmen wurden bereits vor dem offiziellen Baubeginn umgesetzt.

Sanierung und Umbau

Bauzeit von Juli 2024 bis Dezember 2025

  • bei der Restaurierung wurde die historische Substanz so aufgearbeitet, dass originale Bauteile so weit wie möglich erhalten blieben und Neues klar erkennbar ergänzt wurde
  • denkmalgerechte Restaurierung der Außenhülle: der historische Fachwerkcharakter der Längswände mit bestehenden und ersetzten Eichenholzbohlen und gemauerten Ziegelausfachungen wurde erhalten. Bereiche der Längswände, die zu früheren Zeiten durch massive Ziegelwände ersetzt wurden, wurden als Fachwerkkonstruktion wiederhergestellt
  • Innenaus- und Umbau zum modernen Bürogebäude
  • Erhalt und Ertüchtigung der Deckenbalken aus Eichenholz und der Dachkonstruktion
  • Beheizung durch Strohheizungsanlage mit Nahwärmenetz
  • nachhaltige energetische Sanierung: Dämmung mit Stopf-Hanf und Lehmputz
  • Gebäudevolumen von ca. 4.000 m³ (Bruttorauminhalt)

Das verwendete nachhaltige Baumaterial

  • Lehmputz auf Schilfrohrmatten an den Wänden ca. 1.120m²
  • Lehmbauplatten an den Decken ca. 385m²
  • Hanfdämmung in den Außenwänden ca. 3,6t, in der Decke ca. 7,1 t
  • Kasein-Marmormehlfarbe für Wandanstriche ca. 980m²
  • Rund 11.000 Tondachziegel
  • 375 m² Linoleum als Fußbodenbelag
  • 435 m² Holzfaserdämmplatten als Fußboden-Dämmung
  • Eichen- und Fichtenhölzer für Fachwerk und Dachkonstruktion
  • Holztore, gemäß den nicht mehr zu restaurierenden Originalen nachgebaut, mit geschmiedeten Beschlägen, z.T. aus dem Bestand
  • Verwendung des im Gebäude gefundenen Natursteinpflasters und Wiederverwendung des vorgefundenen Pflasterbelages

Durch die Nachnutzung des Gebäudes, die ressourcenschonende Sanierung sowie durch das Recycling vorhandener Materialien wird „graue Energie“ gesenkt. Für die Sanierung wurden überwiegend nachwachsende Rohstoffe als Baumaterial eingesetzt. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum CO2-neutralen Bauen.