Haus-im-Haus: Modernes Feuerwehrhaus in denkmalgeschützte Gebäudehülle integriert
Nach aufwändiger Sanierungs- und Umbauphase wurde am 29.08.26 in Lenschow, einem Ortsteil der Gemeinde Obere Warnow im Landkreis Ludwigslust-Parchim, ein modernes Feuerwehrgerätehaus im Beisein von Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, feierlich eingeweiht. Weiterhin waren David Wollgandt, Bürgermeister der Gemeinde und Gemeindewehrführer, Till Pagels, Geschäftsführer und Melanie Block, Bauingenieurin bei der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde, der freiwilligen Feuerwehr und der bauausführenden Firmen zu diesem Anlass erschienen.
Die historische Fachwerk-Reithalle war das einzige verbliebene Gebäude des ursprünglichen Gutshofensembles der Familie von Treuenfels in Lenschow. Sie stammt vermutlich aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und stand seit den 1990iger Jahren leer. David Wollgandt erklärte: „Wir freuen uns sehr, dass wir es mit vereinten Kräften geschafft haben, dieses Vorhaben umzusetzen und fertigzustellen. Unser Feuerwehrstandort Lenschow, mit insgesamt 18 Kameradinnen und Kameraden aus den Ortsteilen Lenschow und Herzberg, kann jetzt endlich in dieses moderne Feuerwehrgerätehaus umziehen. Hier gibt es ausreichend Platz für das neue Löschfahrzeug, das wir 2022 erhalten haben, für den umgebauten Gerätewagen, den Mannschaftstransportwagen sowie die gesamte Technik. Jetzt gibt es großzügige Umkleideräume und Sozialbereiche für die Feuerwehrleute. Das ist eine echte Verbesserung! Hiermit können wir endlich den Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse gerecht werden. Wir bedanken uns bei allen an diesem Bauvorhaben Beteiligten, die dafür gesorgt haben, dass wir die heutige Einweihung feiern können.“
Als Eigentümerin des Gebäudes entschied sich die Gemeinde Obere Warnow bereits 2021 die denkmalgeschützte Reithalle als zukünftiges Feuerwehrgerätehaus umzubauen. Nach dem Haus-im-Haus-Prinzip wurde in die historische Gebäudehülle ein eigenständiges Gebäude mit neuem Grundriss geplant. Die Raumaufteilung entstand in Abstimmung zwischen Eigentümerin, Feuerwehr, Denkmalschutz, sowie Feuerwehrunfallkasse. Aufgrund der Notwendigkeit von zwei großen Stellplätzen für moderne Einsatzfahrzeuge ergab sich die Anordnung der Fahrzeughalle und der Einfahrtstore am Südwestgiebel, denn nur hier befanden sich keine historisch bedeutsamen Fachwerkwände. Alle weiteren erforderlichen Räume, wie Sozialtrakt, Aufenthaltsraum und weitere Funktionsbereiche, wurden im restlichen Gebäude verteilt. Das historische Torelement auf der Straßenseite wurde durch eine wärmegedämmte, innenliegende Tür ergänzt und fungiert weiterhin als Haupteingang. Hier sind auch ein barrierefreier PKW-Stellplatz und ausreichend Fahrradständer angeordnet. 11 weitere Stellplätze befinden sich auf der Gebäuderückseite.
Melanie Block, Bauingenieurin der Hochbauabteilung der Landgesellschaft und gemeinsam mit Eike Thron verantwortlich für dieses Bauvorhaben, erklärte: „Das war ein sehr spannendes Bauvorhaben! Bei der Planung mussten insbesondere die Belange des Brand- und des Denkmalschutzes miteinander verbunden werden. Die Ziegelstein-Fassade mit ihren beeindruckenden Fachwerk- und Zierelementen wurden denkmalgerecht restauriert, ebenso die großen Hallenfenster aus Holz. Für die Statik und Wärmedämmung wurde ein zusätzliches Hintermauerwerk sowie eine neue Holzbalkendecke eingebaut. Innerhalb dieser Gebäudehülle entstand ein eigenständiges Bauwerk nach den Anforderungen eines modernen Feuerwehrgerätehauses. So etwas war auch für mich persönlich eine interessante Erfahrung. Insgesamt haben wir mit unserer Hochbauabteilung die Leistungsphasen 2-8 gemäß HOAI umgesetzt.“
Weitere Fotos von der Bauphase finden Sie hier.




